Alles neu

Mittlerweile schon verschwunden: Das Volksfürsorgehaus am Bertha-von-Suttner-Platz.

Wohin man auch blickt in Bonn, überall wird abgerissen und neu gebaut. Wie auch immer man jetzt aufgegebene Bauwerke wie die Südüberbauung eingeschätzt hat (aus Sicht der Werkstatt Baukultur gab es genügend Gründe, sie gut zu finden): Dieser Wandel ist zu auffällig um ihn zu ignorieren und er wirft viele Fragen auf. Ist das denn wirklich alles nur Altlast, was da gerade verschwindet? Muss Fortschritt immer Neubau heißen? Wie sieht die Stadt in dreißig Jahren aus? Spontan und eindeutig beantworten lässt sich das alles nicht. Aber umso mehr lohnt eine aufmerksame Auseinandersetzung mit der gebauten Stadt. Sie ist die kleine Welt in der wir leben.

Stern weg, Sprengung in Vorbereitung: Das Bonn-Center am Bundeskanzlerplatz.

Die Werkstatt Baukultur nimmt dieses Geschehen zum Anlass, sich ebenfalls neu zu orientieren. Es gibt die Initiative mittlerweile schon sechs Jahre, da kann ein wenig Veränderung nicht schaden. Bewährtes wie die regelmäßigen Samstagsführungen werden wir natürlich beibehalten. Anderswo dagegen war der Erneurungsbedarf augenscheinlich. Obwohl wir historische Dinge mögen wurde es nun endlich Zeit für eine runderneuerte Webseite (nochmal zum Vergleichen: so sah es vor fünf Jahren aus und noch bis vor kurzem). Sie gibt einen besseren Eindruck von dem was wir tun und hat noch viel Platz für zukünftige Aktivitäten. Das JOURNAL, für das dieser Artikel den Auftakt bildet, soll in Zukunft so etwas wie die Hausmitteilungen der Werkstatt sein. Hier geht es um Beobachtungen, Anmerkungen, Stellungnahmen und Berichte in eigener Sache. Und was sonst noch zu lang ist für einen Post auf Facebook.

Zukunft ungewiss: Das Hotel Bristol an der Poppelsdorfer Allee.

Ab Februar bieten wir mit dem Bonner Baukultur-Salon auch ein neues Veranstaltungsformat an. Am frühen Abend gibt es hier kurze Präsentationen mit ungewohnten Perspektiven auf Bonn, interessante Gäste und im besten Fall Diskussionen, die über den Tag hinausreichen. Das alles findet nicht im Hörsaal, sondern in entspannter Atmosphäre statt. Wir nennen es auch „Werkstatt after work“. Unser Gastgeber ist zunächst der Kirchenpavillon am Kaiserplatz. Auch im Salon beschäftigen wir uns mit aktuellen Themen: der Südüberbauung (Abriss läuft) und dem Bahnhofsvorplatz sowie dem Kurfürstenbad (Bürgerentscheid über den Erhalt steht bevor). Der dritte Abend zeigt dann für Bonn geplante, schließlich aber doch nicht realisierte Entwürfe – es wird eine Reise nach Utopia.

Wir freuen uns auf ein weiteres Jahr voller Baukultur – hoffentlich mit Ihnen!

Das Team der Werkstatt Baukultur